
ASML ist der einzige Hersteller der Maschinen, ohne die es keine modernen Chips gibt. Das kann uns sehr viel über den Erhalt strategischer Einzigartigkeit lehren.
ASML ist nicht Europas letztes bedeutendes Technologieökosystem. Airbus, SAP, Ericsson, Nokia oder das industrielle Netzwerk um Siemens, Schneider Electric und Dassault Systèmes verfügen ebenfalls über große technologische und institutionelle Reichweite.
Aber ASML dürfte Europas stärkster ziviler Chokepoint in einer globalen Basistechnologie sein.
Das niederländische Unternehmen ist derzeit der weltweit einzige Hersteller von EUV-Lithografiesystemen. Diese Maschinen ermöglichen es, die besonders kleinen und komplexen Strukturen der modernsten Mikrochips in industrieller Größenordnung herzustellen. Ohne sie könnten Unternehmen wie TSMC, Samsung oder Intel die jeweils fortschrittlichsten Chipgenerationen kaum wirtschaftlich produzieren. [1]
Ein Chokepoint ist mehr als ein erfolgreicher Marktführer. Es ist eine Stelle, an der sich die Handlungsoptionen vieler anderer Akteure verengen. Wer diese Stelle kontrolliert, kann Zugänge ermöglichen, erschweren oder blockieren. Henry Farrell und Abraham Newman beschreiben diesen Mechanismus als „chokepoint effect" globaler Netzwerke. [2]
Die aktuellen Nachrichten aus China und den USA machen diese Position sichtbar. China versucht, mit eigenen Immersions-DUV-Anlagen seine Abhängigkeit von westlicher Lithografietechnik langfristig zu verringern. Die USA wiederum wollen den Zugang Chinas zu Maschinen, Ersatzteilen und Wartungsleistungen weiter beschränken und setzen dafür auch die niederländische Regierung unter Druck.
Doch selbst ohne diese geopolitische Auseinandersetzung stünde ASML unter Druck. Denn Einzigartigkeit ist kein Besitzstand. Sie bleibt nur erhalten, wenn sie mit jeder Technologiegeneration neu hergestellt wird.
Auf den ersten Blick könnte man glauben, die Machtposition von ASML liege in seinen Patenten, seinen Maschinen oder seinem technologischen Wissen.
Das ist nur ein Teil der Wahrheit.
ASML beschäftigt mehr als 16.000 Menschen in Forschung und Entwicklung. Doch die Maschinen entstehen nicht allein innerhalb des Unternehmens. ASML koordiniert ein Netzwerk von rund 5.100 Lieferanten. Der Lieferantenaufwand betrug 2025 etwa 16,2 Milliarden Euro. Davon entfielen 34 Prozent auf die Niederlande, 47 Prozent auf das übrige EMEA-Gebiet, zwölf Prozent auf Nordamerika und sieben Prozent auf Asien. 272 geschäftskritische Lieferanten stehen für 89 Prozent der produktbezogenen Ausgaben. [3]
Das industrielle Zentrum dieses Ökosystems liegt also tatsächlich in Europa – vor allem in den Niederlanden, Deutschland und Belgien. Es ist aber kein ausschließlich europäisches System.
Einige Beispiele zeigen seine Struktur:
Carl Zeiss SMT in Oberkochen und Wetzlar ist der alleinige Lieferant der hochpräzisen Spiegel, Linsen, Kollektoren und Beleuchtungssysteme. ASML schreibt im eigenen Geschäftsbericht ungewöhnlich deutlich: Sollte Zeiss diese Optiken über einen längeren Zeitraum nicht mehr liefern können, könnte ASML sein Geschäft faktisch nicht fortführen. [3]
TRUMPF liefert zentrale Hochleistungslaser. Diese treffen in schneller Folge auf winzige Zinntropfen und erzeugen das Plasma, aus dem das extrem ultraviolette Licht entsteht. [4]
In San Diego entwickelt und qualifiziert ASML die EUV-Lichtquelle und produziert den Droplet Generator, der 50.000 Zinntropfen pro Sekunde erzeugt. Dort sitzt auch Cymer, das ASML 2013 übernommen hat und das die Lichtquellen für DUV-Systeme entwickelt. Diese Fähigkeiten gehören damit zwar ASML, liegen aber innerhalb amerikanischer Jurisdiktion. [4]
Hinzu kommen Forschungsinstitute wie imec in Belgien sowie die führenden Chiphersteller. Gemeinsam mit ihnen werden neue Verfahren, Materialien, Masken, Belichtungsprozesse und Anwendungen erprobt, lange bevor eine neue Maschinengeneration in der Serienfertigung angekommen ist. [5]
ASML ist deshalb nicht einzigartig, weil es alles selbst beherrscht. ASML ist einzigartig, weil es Fähigkeiten zusammenführt, die kein anderer Akteur in dieser Form zusammenführen kann. Das Unternehmen ist weniger eine vollständig integrierte Fabrik als der Systemarchitekt eines hoch spezialisierten Ensembles.

Ein großes Netzwerk aus Lieferanten, Forschungseinrichtungen und Kunden ist zunächst nur ein Geflecht von Abhängigkeiten. Es kann produktiv sein. Es kann aber ebenso fragil werden. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, welche Akteure zu einem Ökosystem gehören, sondern wie zwischen ihnen Entscheidungen getroffen werden:
- Wer entscheidet über die nächste Technologiegeneration?
- Wer trägt die Investitionen?
- Wer darf technische Anforderungen verändern?
- Wer trägt das Risiko eines Fehlschlags?
- Wie werden unterschiedliche Interessen auf eine gemeinsame Roadmap ausgerichtet?
- Was geschieht, wenn ein Partner ausfällt oder eine Technologie nicht rechtzeitig funktioniert?
Genau hier beginnt Entscheidungsarchitektur. Eine Entscheidungsarchitektur bezeichnet die Bedingungen, unter denen Wahrnehmung, Rechte, Entscheidungsmedien, Optionen und Rückkopplungen so geordnet werden, dass eine Organisation auch in unübersichtlichen Lagen handlungsfähig bleibt. Bei ASML lässt sich beobachten, wie solche Strukturen geschaffen werden.
An Carl Zeiss SMT hält ASML einen Anteil von 24,9 Prozent. Beide Unternehmen arbeiten nach dem Prinzip „two companies, one business". Bestimmte Investitionsentscheidungen und Produktanforderungen müssen gemeinsam genehmigt werden. ASML finanziert zudem Kapazitätserweiterungen und Forschungsinvestitionen von Zeiss durch Vorauszahlungen und langfristige Kredite. Die existenzielle Abhängigkeit wird also nicht aufgehoben. Sie wird durch Governance, Finanzierung und gemeinsame Entscheidungsrechte institutionell gestaltet. [3]
Bei Cymer wählte ASML eine andere Architektur. Die zentrale Lichtquellenkompetenz wurde durch eine Übernahme in das Unternehmen integriert.
Bei anderen Partnern setzt ASML auf gemeinsame Entwicklungsprogramme, eng verzahnte Technologieroadmaps oder langfristige Lieferbeziehungen. Und mit dem niederländischen „Project Beethoven" investieren Staat und Region insgesamt 2,51 Milliarden Euro in Bildung, Wissen, Verkehr, Wohnraum und Infrastruktur rund um den Brainport Eindhoven. Damit wird nicht bloß ein Unternehmen subventioniert. Es werden die gesellschaftlichen Bedingungen stabilisiert, unter denen das technologische Ökosystem weiter wachsen kann. [6]
Die strategische Leistung liegt deshalb nicht darin, Abhängigkeiten zu vermeiden. Sie liegt darin, unterschiedliche Abhängigkeiten unterschiedlich zu behandeln:
- kritische Fähigkeiten übernehmen,
- unersetzbare Partner institutionell binden,
- gemeinsame Investitionen ermöglichen,
- Wissen und Risiken teilen,
- alternative Optionen entwickeln,
- gesellschaftliche Infrastruktur mit aufbauen.
ASMLs eigentliche Stärke ist daher nicht nur seine EUV-Technologie. Es ist die Fähigkeit, immer wieder Entscheidungen hervorzubringen, durch die die Bedingungen dieser technologischen Einzigartigkeit erhalten und erneuert werden. An fünf Elementen einer Entscheidungsarchitektur lässt sich das genauer zeigen.
Welche Veränderungen könnten die eigene Position gefährden? Dazu gehören nicht nur neue Wettbewerber. Relevant sind auch technologische Substitution, fehlende Fachkräfte, Abhängigkeiten von einzelnen Standorten, Exportkontrollen, neue Kundenanforderungen oder Engpässe bei Materialien und Komponenten.
Ein Unternehmen muss seine Einzigartigkeit deshalb nicht nur beschreiben, sondern ihre Voraussetzungen beobachten.
Wer darf über langfristige Forschung, Beteiligungen, Übernahmen oder den Aufbau von Redundanzen entscheiden? Gerade Investitionen in die nächste Generation konkurrieren häufig mit den Ergebniserwartungen der Gegenwart. Ohne klare Rechte und Verantwortlichkeiten kann das Tagesgeschäft genau jene Investitionen verdrängen, von denen der zukünftige Vorsprung abhängt.
In welcher Form werden die Voraussetzungen der Einzigartigkeit sichtbar? Eine reine Lieferantenliste reicht dafür nicht. Benötigt werden beispielsweise Abhängigkeitslandkarten, gemeinsame Technologieroadmaps, Szenarien, Kompetenzkarten und Investitionsentscheidungen, die technische, wirtschaftliche und politische Risiken zusammenführen.
Was nicht in einem entscheidungsfähigen Medium erscheint, wird leicht zum Problem einzelner Fachabteilungen – statt zum strategischen Gegenstand des Unternehmens.
Welche neuen Möglichkeiten kann das Unternehmen schaffen? Denkbar sind ein zweiter Lieferweg, eine Beteiligung, eine gemeinsame Entwicklung, eine Übernahme, eine alternative Technologie oder eine bewusst wechselseitige Bindung an einen strategischen Partner.
Das Ziel ist nicht vollständige Unabhängigkeit. Kein modernes Hochtechnologieunternehmen kann autark sein. Das Ziel ist strategische Optionalität: Keine einzelne fremde Entscheidung sollte die eigene Handlungsfähigkeit vollständig aufheben können.
Woran erkennt das Unternehmen, dass sein Vorsprung schwindet?
Erfahrungen aus Produktion, Service, Kundenprojekten, Lieferproblemen und technologischen Fehlschlägen müssen in die nächste Generation zurückfließen. Bei ASML ist gerade der enge Kontakt zu den Fabriken der Kunden ein Teil der Innovationsarchitektur: Die Maschine wird nicht einmal verkauft und abgeschlossen. Sie wird installiert, gewartet, verbessert und über Jahre hinweg weiterentwickelt.
Eine seltene Fähigkeit bleibt nur erhalten, wenn die Organisation aus ihrer Nutzung schneller lernt als potenzielle Wettbewerber aus ihrer Beobachtung.
Europa verfügt weiterhin über exzellente Forschung, hoch spezialisierte Industrieunternehmen und eine große Zahl technologischer Weltmarktführer. Der Draghi-Bericht diagnostiziert deshalb nicht primär einen Mangel an Ideen. Er beschreibt eine Schwäche bei der Kommerzialisierung, Finanzierung und Skalierung. Innovative Unternehmen treffen auf fragmentierte Märkte, einen unvollständigen europäischen Kapitalmarkt und unterschiedliche nationale Regulierungen. Dadurch entstehen geringere Wachstumsaussichten – und damit wiederum weniger Nachfrage nach großen Finanzierungsvolumina. [7]
EU-Unternehmen investierten 2021 rund 270 Milliarden Euro weniger in Forschung und Entwicklung als amerikanische Unternehmen. Hinter dieser Zahl steht allerdings nicht nur ein zu geringes Investitionsvolumen. Sie verweist auch auf Europas industrielle Struktur: Ein großer Teil der europäischen Forschungsausgaben entfällt weiterhin auf etablierte Branchen, während viele der besonders forschungsintensiven digitalen Wachstumsunternehmen in den USA entstanden sind. [8] Der Unterschied zu den USA und den erfolgreichen asiatischen Industriestaaten liegt deshalb nicht allein in der Höhe staatlicher Förderung. Er liegt in der Fähigkeit, komplementäre Entscheidungen über lange Zeit aufeinander auszurichten.
Die USA verbinden staatlich finanzierte Grundlagenforschung, Universitäten, missionsorientierte Institutionen wie DARPA, öffentliche Beschaffung, Risikokapital, Start-ups und große industrielle Anwender. Einrichtungen nach dem ARPA-Modell finanzieren nicht nur einzelne Forschungsanträge. Ihre Programmmanager verbinden Wissenschaftler, Unternehmen, konkurrierende technische Ansätze und spätere Nutzer zu einem Entwicklungsfeld. [9]
China kombiniert strategische Technologiepläne, staatliche und private Finanzierung, Infrastruktur, Ausbildung, industrielle Cluster, große Produktionskapazitäten und einen sehr großen Binnenmarkt. Das kann Überkapazitäten, Fehlallokationen und politische Abhängigkeiten erzeugen. Es ermöglicht aber zugleich, ganze Wertschöpfungssysteme schneller und konzentrierter aufzubauen.
Taiwan, Südkorea und Japan verfolgen jeweils andere Modelle. Gemeinsam ist ihnen jedoch die enge Verzahnung von industriellen Kernunternehmen, Forschung, Zulieferern, Fachkräfteentwicklung, Finanzierung, Exportorientierung und technologischen Roadmaps. Die Forschung zum „East Asian Miracle" zeigt, dass der Erfolg nicht auf einzelnen Subventionen beruhte, sondern auf der Verbindung von Bildung, Finanzierung, Infrastruktur, Exportdisziplin und einer handlungsfähigen Verwaltung. [10]
Neuere Studien zur Halbleiterindustrie bestätigen denselben Punkt: Der Bau einzelner Fabriken reicht nicht. Erforderlich sind Fähigkeiten, Zuliefernetze, Lernprozesse, Fachkräfte und Spillover-Effekte entlang der gesamten Wertschöpfung. [9] Die OECD spricht deshalb inzwischen ausdrücklich von einem Ökosystemansatz der Industriepolitik. Dieser betrachtet nicht nur eine Branche oder ein gefördertes Unternehmen, sondern auch vorgelagerte Lieferanten, nachgelagerte Nachfrage, Technologieanbieter, Fachkräfte, Kapitalgeber und Handelspartner. [11] Europa finanziert viele gute Projekte. Es organisiert aber zu selten die gesamte Architektur, durch die aus Projekten ein dauerhaftes System wird.

Kein mittelständisches Technologieunternehmen und erst recht kein Kleinstunternehmen kann ein Ökosystem von der Größenordnung ASMLs aufbauen. Die zugrunde liegende strategische Aufgabe ist dennoch dieselbe. Eine seltene Fähigkeit ist noch kein dauerhafter Wettbewerbsvorteil. Sie wird erst strategisch, wenn ein Unternehmen die Bedingungen kennt und gestaltet, unter denen diese Fähigkeit erhalten, weiterentwickelt und wirtschaftlich wirksam wird.
Die erste Frage lautet deshalb nicht: "Was können wir besonders gut?" Sondern: "Was muss dauerhaft gegeben sein, damit wir es auch morgen noch besonders gut können?" Daraus lässt sich eine konkrete Analyse ableiten.
Was können Kunden nicht ohne Weiteres ersetzen? Dabei kann es sich um eine Technologie handeln, aber auch um besonderes Prozesswissen, eine Methode, einen Datenbestand, regulatorische Erfahrung, Zugang zu einer Kundengruppe oder die Fähigkeit, mehrere Disziplinen miteinander zu verbinden. Eine unscharfe Selbstbeschreibung wie „hohe Qualität" oder „große Erfahrung" reicht nicht. Gesucht wird die konkrete Fähigkeit, deren Verlust die eigene Marktposition substanziell verändern würde.
Wovon hängt sie ab? Zu prüfen sind insbesondere:
- Schlüsselpersonen und Erfahrungswissen,
- einzelne Lieferanten,
- Patente, Daten und Software,
- Plattformen und Infrastruktur,
- Genehmigungen und Regulierung,
- Forschungspartner,
- Referenzkunden und frühe Anwender,
- Reputation und Marktzugang.
Das Ergebnis sollte keine allgemeine Risikoanalyse sein, sondern eine Landkarte der Einzigartigkeit.
Wer entscheidet über die Erhaltung dieser Bedingungen? Oft liegen die relevanten Entscheidungen verteilt: Einkauf verhandelt mit dem Lieferanten, Personal sucht Fachkräfte, Forschung entwickelt eine Technologie, Vertrieb spricht mit den wichtigsten Kunden und die Geschäftsführung entscheidet über Investitionen. Jede Funktion sieht einen Ausschnitt. Niemand entscheidet über das Gesamtsystem. Hier liegt häufig der eigentliche architektonische Bruch.
Nicht jede Abhängigkeit muss beseitigt werden. Einige Fähigkeiten sollten internalisiert werden. Andere lassen sich durch langfristige Verträge, Beteiligungen, gemeinsame Entwicklungsprogramme oder wechselseitige Investitionen stabilisieren. Wieder andere benötigen bewusst eine Alternative. Die strategische Frage lautet: Welche Abhängigkeit ist produktiv, welche ist gefährlich – und welche muss in eine wechselseitige Bindung verwandelt werden?
Welche Entscheidungen müssen regelmäßig getroffen werden, damit die seltene Fähigkeit in fünf Jahren noch selten ist? Dafür braucht es einen Rhythmus: regelmäßige Überprüfung der Abhängigkeiten, technologische Szenarien, Investitionsregeln, Kundenfeedback, Experimente sowie klare Scale-, Stop- und Exit-Entscheidungen.
Die Erhaltung der Einzigartigkeit darf kein gelegentliches Strategiethema bleiben. Sie muss zu einem eigenen Entscheidungsgegenstand der Organisation werden – unabhängig davon, ob ein Unternehmen dafür eine eigene Systematik entwickelt oder sich an bestehenden Modellen der Entscheidungsarchitektur orientiert.
ASML zeigt, dass ein technologischer Chokepoint nicht allein aus einer großen Erfindung entsteht. Er entsteht aus über Jahrzehnte aufgebautem Wissen, hoch spezialisierten Partnern, gemeinsamer Forschung, Kapital, Kundenbeziehungen, Produktionsfähigkeit und politischen Rahmenbedingungen. Aber selbst dieses Ökosystem erhält sich nicht von selbst. Es braucht eine Entscheidungsarchitektur, die Veränderungen früh wahrnimmt, Verantwortung verteilt, Abhängigkeiten sichtbar macht, neue Optionen hervorbringt und Lernen in die nächste Generation übersetzt.
Die wichtigste strategische Frage für Unternehmen lautet deshalb nicht nur: "Was können wir, das andere nicht können?" Sondern: "Welche Entscheidungen müssen wir heute ermöglichen, damit es auch morgen noch so ist?"
Einzigartigkeit ist kein Besitzstand. Sie ist eine fortlaufende organisationale Leistung. "Wo steht Ihr Unternehmen bei dieser Frage?" Die meisten Organisationen kennen ihre seltenen Fähigkeiten gut – aber selten die Entscheidungsarchitektur, die sie über Jahre hinweg trägt. Genau an diesem Punkt setzt Decision Maker Analytics an.
[1] ASML: Annual Report 2025. Zentralquelle für Geschäftsmodell, Lieferantennetz, regionale Verteilung, kritische Zulieferer, Risiken, Governance und die Beteiligung an Carl Zeiss SMT.
[2] Henry Farrell und Abraham L. Newman: „Weaponized Interdependence: How Global Economic Networks Shape State Coercion". Die zentrale wissenschaftliche Quelle für den Chokepoint-Begriff.
[3] ASML/ZEISS: „ZEISS and ASML Strengthen Partnership for Next Generation of EUV Lithography". Belegt die 24,9-prozentige Beteiligung von ASML an Carl Zeiss SMT und die langfristige strategische Verbindung.
[4] ASML: „Making EUV: From Lab to Fab" sowie Standort San Diego. Zur internationalen Arbeitsteilung: ZEISS-Optik und TRUMPF-Laser aus Deutschland, Cymer und die DUV-/EUV-Lichtquellen aus den USA.
[5] ASML und imec: High-NA-EUV Lithography Lab. Zeigt, wie Forschung, Anlagenhersteller, Materialanbieter und Chiphersteller gemeinsam die nächste Technologiegeneration entwickeln und erproben.
[6] Niederländische Regierung: Project Beethoven. Belegt die Investition von 2,51 Milliarden Euro in Bildung, Wissen, Verkehr und räumliche Infrastruktur des Brainport-Eindhoven-Ökosystems.
[7] Mario Draghi: The Future of European Competitiveness, Part A. Strategische Gesamtdiagnose zu Europas Innovations-, Investitions- und Skalierungsproblemen.
[8] Mario Draghi: The Future of European Competitiveness, Part B. Ausführliche Analyse mit sektoralen Befunden zu Kapitalmärkten, Innovation, Skalierung und industrieller Wettbewerbsfähigkeit.
[9] Pinelopi K. Goldberg et al.: „Industrial Policy in the Global Semiconductor Sector", NBER Working Paper 32651. Zur weltweiten Halbleiterindustriepolitik und zur Bedeutung von Fähigkeiten, Liefernetzwerken, Lernprozessen und grenzüberschreitenden Effekten.
[10] World Bank: The East Asian Miracle: Economic Growth and Public Policy. Klassische Vergleichsstudie zu Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur und weiteren asiatischen Volkswirtschaften.
[11] OECD: „An Ecosystems Approach to Industrial Policy", in: Science, Technology and Innovation Outlook 2025. Zentrale Quelle für die These, dass Industriepolitik Zulieferer, Nachfrage, Forschung, Fachkräfte, Kapital und Infrastruktur gemeinsam betrachten muss.
- Reuters: „China Starts Production of Home-Grown Immersion DUV Chipmaking Tools"
- Reuters: „China's Chip Tool Push Shows ASML Caught in US-China Squeeze"
- Reuters: „US Targets Chinese Chipmaking with Proposed Export Restrictions on ASML and Others"
- Reuters: „Dutch Government Objects to Proposed US Law Restricting ASML's China Exports"
- Benedikt Fuest: „Attacke gegen ASML – Amerikas Erpressungstaktik gegen Europas letztes Bollwerk", WELT, 6. Juli 2026
- Benedikt Fuest: „Der große ASML-Irrtum an den Börsen", WELT, Juli 2026
- Pierre Azoulay et al.: „Funding Breakthrough Research: Promises and Challenges of the ARPA Model"
- Nathan Lane: „Manufacturing Revolutions: Industrial Policy and Industrialization in South Korea"
Markt & Kunde: Wir wollen in einen neuen Markt eintreten – aber wir wissen nicht, wie dort Entscheidungen wirklich getroffen werden.
Angebot & Value Proposition: Wir haben ein starkes Produkt oder einen neuen Service, aber wir verstehen nicht, warum Kunden sich dafür entscheiden – oder dagegen.
Wachstum im Bestand: Unsere Lösung wird gekauft, aber die Nutzung oder Ausweitung beim Kunden stockt – ohne klaren Grund.
Organisation & Abstimmung: Strategie, Vertrieb, Marketing und Produktentwicklung arbeiten intensiv, aber nicht mehr aus einem gemeinsamen Entscheidungsbild heraus.
Transformation & Stakeholder: Wir stehen vor einer größeren Transformation oder Investition und wissen nicht, wie relevante Stakeholder darauf reagieren werden.

